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Österreich 1942

Die beiden Herz-Jesu-Priester Joseph Benedikt Stoffels (geb. am 13. Januar 1895 in Itzig/Luxemburg) und Nicolas Antonius Wampach (geb. 3. November 1909 in Bilsdorf/Luxemburg) waren beide in der Luxemburgischen Mission in Paris, angebunden an die spätere Pfarrkirche St. Joseph Artisan, tätig. P. Stoffels kann als deren Begründer angesehen werden, und als die Seelsorge an den luxemburgischen Katholiken in Paris immer unfangreicher wurde, schickten ihm die Oberen 1938 P. Wampach zu Hilfe.

P. Bothe schreibt in seinem Heft ‚Märtyrer der Herz-Jesu-Priester’:
"Als 1940 nach dem Einmarsch der Deutschen in Luxemburg viele Menschen nach Paris flüchteten, bemühten sich beide Herz-Jesu-Priester zusammen mit dem Weltpriester Abbé Jean Bernard um diese Flüchtlinge und verhalfen nach der Eroberung Frankreichs Tausenden zur Heimfahrt nach Luxemburg. [In einem Zeitungsartikel] heißt es: ‚Aus dieser rein karitativen Arbeit... baute die Gestapo ein Spionagenetz auf’. Beide Patres wurden nach Verhören und Gefängnis von 1940 an am 7. März 1941 endgültig verhaftet, zunächst nach Buchenwald transportiert und von dort am 12. September [in das Konzentrationslager] nach Dachau eingewiesen.“ (Bothe, S. 19)

Offiziell starben sie dort eines natürlichen Todes: Bronchitis, Angina... Den Angehörigen P. Stoffels wurde die Asche des Verstorbenen überstellt. Wie in zahlreichen ähnlichen Fällen musste die Beisetzung am 31.08.1942 unter Aufsicht der Gestapo in aller Heimlichkeit, ohne Gesang, ohne Glockengeläut und ohne Beteiligung der Gemeinde vollzogen werden.

"Erst 40 Jahre später ergaben Nachforschungen, dass die beiden Patres zusammen mit zwei anderen luxemburgischen Priestern... auf Schloss Hartheim vergast wurden. Das Schloss liegt etwa 265 km von Dachau entfernt in dem kleinen österreichischen Ort Alkoven bei Linz. Dort war eine Versuchs-Gaskammer eingerichtet worden. Die Todesfahrt von Dachau nach Hartheim dauerte vier Stunden. Die Fenster des Busses waren verhängt. Er wurde zum Krankentransport erklärt. Auf dem Gelände des Schlosses erfolgte dann das, was aus Konzentrationslagern bekannt ist. Die Gefangenen mussten sich ausziehen. Unter dem Vorwand, dass sie fotografiert werden sollten, wurden sie zu Duschen geführt und starben an dem Gas, das aus den Duschdüsen austrat." (Bothe, S. 21)

Schloss Hartheim, von außen ein idyllisches Renaissance-Schloss, hatte mehrere Aufgaben: Es war zunächst eingebunden in das Euthanasieprogramm der Nazis. Kranke und Behinderte wurden dort grausamen Experimenten unterzogen und am Ende vergast. In diesem Zusammenhang wurde auch der lungenkranke und deswegen arbeitsuntaugliche P. Stoffels nach Hartheim gebracht. Später wurden die Gaskammern benutzt, um in ihnen verschiedene Kampfgase an Menschen auszuprobieren. P. Stoffels wurde am 25.5.1942, P. Wampach am 12.8.1942 vergast.

In der Kirche St. Joseph Artisan, die bis Anfang der 90er Jahre von Herz-Jesu-Priestern betreut wurde, ist den beiden Märtyrern ein Denkmal gesetzt worden.

"In memoria aeterna... Die da litten und starben für Glaube und Heimat, für Recht und Freiheit, wir werden sie nie vergessen." (Bothe, S. 22)




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